Als ich das Schreiben verlernte…

Journalisten sind Korinthenkacker. Sie untersuchen jedes Wort auf seine Rechtmäßigkeit und die ordnungsgemäße Verwendung. Sie machen das, um dem Gegenüber ein lesenswertes Produkt liefern zu können. Dieser Prozess begegnet einem auch im Journalismus-Studium. Kurz gesagt: Ich bin nicht Journalismus-Student, ich bin Korinthenkack-Azubi. Und das ist gut so.

"The world will never know" - Photo by Dillon Hinson on Flickr

"The world will never know" - Photo by Dillon Hinson on Flickr

Journalismusprofessoren haben die Aufgabe, Texte in ihrer Gesamtheit zu verzehren, sie zu verdauen, über sie nachzudenken und sie dann wieder hochzurülpsen. Manchmal duften die Rülpser dann nach Rosengarten, das mag der Journalismus-Student. Manchmal hat das Lüftchen aber auch das Aroma einer Jauchegrube, was den Journalismusstudent zum Nachdenken bringen sollte. Bei mir war in den letzten Wochen meist zweiteres der Fall: Texte liefen mir nicht so von der Hand, wie ich es wollte und ich hatte die Seuche am Kugelschreiber. Für meine Texte erntete ich (gerechtfertigte) Kritik. Viel zu stark war ich fokussiert auf all die Tipps, Regeln und Verbote, die mir in den letzten Monaten eingetrichtert wurden. Jeder Beistrich wurde seziert, jedes Wort hinterfragt. Und als ich da so fröhlich vor mich hin korinthenkackte, passierte unbemerkt das, was leider unumgänglich war: Ich verlernte das Schreiben.

Dagegen sollte ich etwas tun. Damit die Professoren-Rülpser wieder mehr nach Rosengarten riechen. Und – noch wichtiger – damit ich wieder meinen eigenen Qualitätsansprüchen gerecht werde. Deswegen hänge ich nun einige Duftbäumchen auf, die das Jauche-Aroma vertreiben sollen:

  • Duftbäumchen 1: Ich werde meine Texte vermehrt analog schreiben – also ganz klassisch mit Zettel und Stift. Facebook, Skype, Twitter und der ganze Kram auf meinem Computer lenken mich zu sehr ab und sind ein ziemlicher Produktivitätskiller. Sie führen zu unglaublich kurzen Konzentrationsphasen. Eine Entwicklung, die meinen Texten alles andere als gut tut. Weg damit!
  • Duftbäumchen 2: Ich werde meinen Medienkonsum verändern. Ich will nicht mehr immer und überall die Neuigkeiten aus der großen weiten Welt erfahren und mich von der Nachrichtenlawine überrollen lassen. Die Nachrichten werden ab sofort nur noch morgens und abends (bewusst) konsumiert. Das verringert Stress und liefert mehr Zeit für wichtigere Dinge.
  • Duftbäumchen 3: Ich werde mehr Lesen. Und ich meine richtiges Lesen von richtiger Literatur mit richtiger Hingabe. Nicht das überhastete überfliegen von Zeitungen und Magazinen, um ja nichts Neues zu verpassen. Ich werde mir also einfach mehr Zeit für gute Bücher gönnen. Das nächste Buch: Clemens J. Setz – Von Söhnen und Planeten.
  • Duftbäumchen 4: Ich werde mir das Feedback der Lehrenden zu Herzen nehmen. Ich werde den neuen Input verarbeiten. Ich habe vieles dazugelernt in den letzten Wochen – jetzt muss ich mir Zeit nehmen, dies noch zu verinnerlichen. Damit ich, wenn ich groß und stark bin, der beste Berufskorinthenkacker von allen werde.

Das ist also der Plan für meine “Aromatherapie”. Und bald ist dann alles wieder im Lot. Schreiben ist ja doch wie Radfahren, das verlernt man nicht. Und irgendwann rülpsen sie dann Schmetterlinge.

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Ausstellungseröffnung: “Supermarkt Zeughaus”

Das Landeszeughaus in Graz ist die weltweit größte historische Waffenkammer. Neues gibt es dort aber – no na – selten zu sehen. Für frischen Wind sorgt nun die Ausstellung “Supermarkt Zeughaus”. Ich war bei der Eröffnung mit dabei.

In der Volksschule ist das Landeszeughaus Graz ein Fixpunkt im Terminkalender. Für viele Steirer ist dies dann aber auch gleichzeitig der letzte Besuch der Waffensammlung – Neues gibt es ja ohnehin nicht zu sehen. Das ändert sich nun aber: Die Ausstellung “Supermarkt Zeughaus” wirft ein vollkommen neues Licht auf das alte Kriegsblech. Plötzlich wird das ganze Zeughaus zur Kaufhausfiliale, in der die “Tiefpreislanze” gesenkt und der “Verwüstungsabverkauf” beworben wird. Unterlegt wird das ganze Geschehen von Kaufhausmusik, die sich mit den schrillen Werbebotschaften um die Aufmerksamkeit der Kunden rittert. Die Idee zu dieser Ausstellung kommt von Eva Zangerle und Tamara Rosner, zwei Studentinnen des Studiengangs “Ausstellungs- und Museumsdesign” an der FH Joanneum. Zangerle erklärt, wie es zu dieser Idee kam.


Neben mir strömten rund 150 Interessierte zur gestrigen Eröffnung. Bereits zu Beginn wurden wir von den in Parfumerie-Türkis gekleideten Supermarktangestellten mit den neuesten Angeboten vertraut gemacht. Ich persönlich fand die Kombination von Information und Unterhaltung wirklich toll, doch auch die anderen Besucher waren begeistert.


Nachdem am Ende des offiziellen Teils auch die Feinkostabteilung eröffnet wurde, ließen wir Besucher den Abend noch gemütlich Ausklingen. Das Team von “Ausstellungs- und Museumsdesign” übte sich in Zufriedenheit. Supermarkt-Pressesprecher Peter Troissler der zieht sein ganz persönliches Fazit.


Ich kann also allen nur empfehlen, sich diese Ausstellung anzusehen. Eine wirklich tolle Idee, die voller Ironie und Witz, aber nie ohne die nötige Portion Ernsthaftigkeit umgesetzt wurde. Die Ausstellung ist noch bis einschließlich 26. Juni im Landeszeughaus Graz zu sehen.

Weitere Fotos der Veranstaltung gibt es auf der Facebook-Page von ÜBERBUNT: Klick.

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Podcast: Tschüsseldorf, douze points!

"#eurovision #esc" - Photo by "nokia_fan" on Flickr

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Hätten nur die Deutschen gestimmt, hätten wir den Song Contest gewonnen. Das ist ein Achtungserfolg. Für Österreich. Und für den deutschen Geschmack. Der Rest ist nebensächlich. Ein Nachbericht zum europäischen Wettsingen.

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Liveticker: Mathias & Friends schauen den Eurovision-Songcontest

Es gibt in Europa wohl kaum eine andere derart verrückte Veranstaltung wie den Eurovision Song Contest. Deswegen gestehe ich: Ich finde den ESC ziemlich cool. Und nachdem ich auch gerne meinen Senf zu all diesen Themen abgebe und ich weiß, dass ihr nicht alle auf Twitter seid, gibt’s heute einen Liveticker mit mir und einigen netten Twitter-Friends. Das wird ein Spaß. Bestimmt.

Hier geht’s zum Liveticker!

Wer mittickern will, darf dies gerne tun. Wir freuen uns auf eure Tweets (Einfach mit #esclive hashtaggen)!

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Prototyp-Podcast.

"Microphone" - Photo by "visual.dichotomy" on Flickr

"Microphone" - Photo by "visual.dichotomy" on Flickr

Graz hat zu wenig U-Bahn. Und zu wenig Podcaster. Deswegen – und weil ich Podcasts eigentlich ziemlich cool finde, habe ich beschlossen, nach dem Relaunch von ÜBERBUNT selbst zu podcasten.

Was ich bislang habe sind viele Ideen, ein Mikroständer, ein Poppschutz (Hihihi…) und mein Aufnahmegerät.

Was fehlt: Klare Festlegung auf ein Thema und die musikalische Verpackung.

Was ich brauche: Eure Meinung zum Thema Podcast.

Was es mittlerweile gibt: Einen Prototyp-Podcast. Click it!


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Mathias, erzähl uns eine Geschichte.

Osterferien sind vorbei. Und bei mir ist momentan auch große Auferstehung. Ich kann euch jetzt die tollsten Geschichten erzählen – oder “Stories”, wie es im Journalistendeutsch heißt. Nach einem zweitägigen Workshop “Storytelling” mit Helga Kessler von der FH Winterthur habe ich sowas von Bock auf Schreiben und Studium und alles. So viel neue Impulse bekam ich seit Studienbeginn eigentlich noch nie. Alles ziemlich klasse.

Zudem blicke ich heute den ganzen Abend hinter die Kulissen des Schauspielhaus Graz. Für den Workshop “Journalistische Arbeitstechniken” mit dem “Standard” und “Welt” Russland-Korrespondenten Eduard Steiner muss nämlich bis Freitag eine Reportage fertig sein. In meinem Fall die Begleitung eines Schauspielers an einem Theaterabend bei seinen Vorstellungs-Vorbereitungen. Ich bin dann also mal der Schatten von Claudius Körber, der in “Peer Gynt” die Hauptrolle spielt. Ziemlich geile Sache, vor allem für mich als Theaternarr.

Außerdem stehen am Wochenende spannende Moderationen am Programm. Auch ziemliche Vorfreude. Zusätzlich dienen sie dazu, die Vorbereitung für die bevorstehenden Prüfungen in TV-Produktion und Kroatisch noch ein paar Tage vor mir herzuschieben.

Prinzipiell ziemlich stressig – die ganzen Hochzeiten, auf denen ich im Moment tanze. Aber es macht mir Spaß, ziemlich sogar. Ich steh auf den Stress. So viel spannende Dinge, so viel zu tun. Eigentlich ziemlich geil, das Ganze.

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Vier kostenlose Songs am Montag. Für die Ohren.

Hört ihr Musik? Okay, zugegeben, miese Einstiegsfrage. Trotzdem, heute stünde eine Auswahl an Songs am montagmorgendlichen Akustik-Speiseplan, die von den Künstlern zum kostenlosen Download angeboten werden. Vielleicht gefällt der eine oder andere Song und findet den Weg auf eure iPods, MP3-Player oder sonstigen digitalen und analogen Musikrezeptionsapparate. Also, vier Tipps und Links mit Songs zum Gratisdownload für die Verschönerung eures Montags. Und für eure Ohren.

"Musik Note Bokeh" - Photo by "all that improbable blue" (Daniel Paxton) on Flickr

"Musik Note Bokeh" - Photo by "all that improbable blue" (Daniel Paxton) on Flickr

Smashing Pumpkins – Teargarden by Kaleidyscope

Okay, zugegeben, der erste Tipp ist eigentlich nicht nur ein Song, sondern sogar 44, denn die Smashin Pumpinks haben 2009 bekanntgegeben, dass das neue Album “Teargarden by Kaleidyscope” kostenlos auf ihrer Homepage downloadbar sein wird. Neun der 44 Lieder sind bereits online verfügbar. Musiktechnisch ist das ja nicht ganz meine liebste Stilrichtung, aber ich bin mir sicher, der eine oder andere von euch kann damit etwas anfangen. Die Band gibt’s ja nicht umsonst schon seit 1987 – also länger, als es mich gibt.

Finn – I just called to say I love you

(Nachdem ich “I just called to say I love you” auf Youtube nicht gefunden habe, ist die obenstehende Hörprobe von “Crying in the rain” – ein Song, den finn zusammen mit Tocotronic-Mann Dirk von Lowtzow singt.) Der deutsche Singer-Songwriter Patrick Zimmer veröffentlichte vor kurzem sein letztes Album als finn. Als kleinen Appetizer schenkt er das Cover von “I just called to say I love you” her. Zugegebenermaßen ein ziemlich abgedroschener Song, dem finn aber wieder neues Leben einhaucht. Gefällt mir sehr sehr gut.

John Legend – Rolling in the Deep (Cover)

“Rolling in the Deep” ist ja prinzipiell schon mal ne ziemlich geile Nummer. Als sie drohte, mir langsam – aufgrund der ständigen Präsenz auf diversen Radiosendern – ziemlich auf die Nerven zu gehen, entdeckte ich diese hübsche Coverversion.

Sufjan Stevens – Henney Buggy Band

Sufjan Stevens hat bislang bereits zwei Alben nach US-Bundesstaaten benannt (“Greetings from Michigan”, “Come On Feel the Illinoise”). Dass er über Graz noch kein Album verfasst hat, wird ihm verziehen – vor allem, wenn er weiterhin so nette Songs zum kostenlosen Download zur Verfügung stellt.

So, that’s it. Ich hätte euch ja gerne etwas von Justin Bieber angeboten, aber… Leider.

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